F.A.Q.
- Häufig gestellte Fragen
1. Was benötigt man zum Start?
Voraussetzung für problemloses Fließlochformen ist, dass der
Fließlochformer zentrisch läuft. Er sollte
mit einer Spannzange in einem centerdrill-
Spannzangenfutter
mit Lüftungsspeichen eingespannt
werden. Die Lüftungs-
speichen bewirken, dass die Wärme von der
Maschinen-
spindel weggeführt wird
und verhindert so ein Überhitzen. Daneben benötigt man ein Trennmittel
zum Fließlochformen.
2. Welche Maschinenausrüstung ist für das Fließlochformen
erforderlich?
Es kann mit jeder Maschine gearbeitet werden, deren Dreheinheit
die geforderte Drehzahl und deren
Motor die geforderte kW-Leistung erbringt. Dies sind in
der Regel Ständerbohrmaschinen, NC- oder
CNC-Maschinen. Für die Herstellung eines Durchgangsloches für
ein Gewinde M8 bei 2 mm dickem
Blech benötigt man eine Maschine, die eine minimale Drehzahl von
ca. 2100 U/min und eine Leistung
von 1,5 kW erbringt.
3. Kann auch mit einer Handbohrmaschine gearbeitet werden?
In der Regel nein. Wie oben erwähnt, ist eine Mindest-
drehzahl und
kW-Leistung erforderlich, die von
den meisten Handbohrmaschinen nicht erbracht werden. Darüber hinaus
sind enorme Axialkräfte erforderlich,
um das Metall in die verformbare Phase zu bringen.
4. Kann auch mit einem Dreibackenfutter gearbeitet werden?
Nein, da die Gefahr besteht, dass der Fließlochformer bricht und
die Spindel in der Bohreinheit überhitzt
wird. Beim Einsatz eines Dreibackenfutters erlischt die
Gewährleistung.
5. Muss geschmiert werden?
Es muss ein Trennmittel verwendet werden. Die centerdrill-Trennpaste
bewirkt, dass sich kein Metall
am Fließlochformer ablagert bzw. aufbackt. Sie sollte je nach Materialart
und Materialstärke alle 5 bis
50 Bohrungen in kleiner Menge auf die Spitze des Fließlochformers
aufgetragen werden. Zu viel
Trennpaste kann den Former zu sehr abkühlen und sich somit negativ
auf die Qualität des Formloches
und des Kragens auswirken.
6. Welche Metalle können mit dem Fließlochformverfahren
bearbeitet werden?
Nahezu alle dünnwandige, metallische Werkstoffe (kein Zinn und Zink),
das heißt alle
schweißbaren Stähle
rostfreie Stähle
Aluminium
Kupfer
Messing
Bronze
Magnetwerkstoffe
Sonderlegierungen
7. Kann verzinktes Material bearbeitet werden?
Nur bedingt. Da Zink einen anderen Schmelzpunkt als normaler
Stahl hat, wird die Qualität des
Fließloches und des Kragens davon stark negativ beeinflusst. Je
nach Dicke des Zinks verstärkt sich
dieser Effekt noch.
8. In verzinktes Material soll ein fließlochgeformtes
Loch und ein Gewinde eingebracht
werden. Welchen Prozessablauf empfehlen Sie?
Generell ist es am besten, das Material aus den oben genannten
Gründen nach dem Fließlochformen
zu verzinken. Ist dies nicht möglich, sollte die Zinkschicht, wenn
sie zu dick und unregelmäßig ist, vor
dem Fließlochformen abgetragen werden. Wird das Werkstück nach
dem Gewindeformen verzinkt,
muss das Gewinde nachgeschnitten werden, falls es nicht
vorher mit einem Stopfen verschlossen
wurde.
9. Bis zu welcher Stärke kann gefließformt
werden?
Es sind Anwendungen mit einer Wandstärke von 12 mm bekannt, die gefließformt
wurden. Die häufigsten
Anwendungen finden wir bei 1 - 3 mm Materialstärke. Es kann auch
dünneres Material bearbeitet
werden, allerdings muss das Werkstück wegen der Gefahr der Durchbiegung
unterfüttert werden. In
volles Material kann nicht gefließformt werden.
10.Wann verwende ich einen kurzen und wann einen
langen Fließlochformer?
Jede Formerspitze besteht aus einem zylindrischen und einem
konischen Teil. Der zylindrische Teil
bewirkt das Ausformen des Kernlochs. Wird anschließend ein Gewinde
geformt, empfehlen wir, das
Kernloch am Ende etwas konisch zu belassen, damit sich
das Gewinde gut ausformt. Soll das Kernloch
jedoch voll ausgeformt werden weil es als Durchgangsloch
dient, muss der zylindrische Teil entsprechend
lang sein. Die Länge des Fließlochformer hängt von der
Dicke des Blechs, dem gewünschten
Kernloch, der Art des Metalls und der gewünschten Oberfläche
(mit oder ohne Kragen) ab. Sehen Sie
dazu die Tabelle "Maximale Materialstärke".
Bei Rohrprofilen ist darauf zu achten, dass die
Arbeitslänge des Fließlochformers nicht länger ist als
deren lichte Weite.
11.Beispiele für eine Formerauswahl:
Es soll ein Kernloch für ein M8 in ein 2 mm dickes Blech aus S235JR/ST37
fließlochgeformt werden:
Benötigt wird eine Maschine mit einer Drehzahl von 2100 U/min und
einer kW-Leistung von min.
1,5 kW. Es wird ein Fließlochformer Typ Ø 7.3 mm kurz empfohlen
oder ein centerdrill vom Typ
Ø 7,3 mm kurz/flach, falls
die Oberfläche plan sein soll.
Das selbe Kernloch in ein 4 mm dickes Blech: Hier kommt
der Typ Ø 7.3 mm lang bzw. lang/flach
zur Anwendung. Sollte es beim Gewindeformen zu Schwierigkeiten
kommen, der Art, dass der
Gewindeformer „quietscht“ und zu stark verschleißt,
muss der zylindrische Teil verlängert werden.
Das heißt, dass ein spezieller Fließlochformer angefertigt
werden muss.
Das gleiche Kernloch in ein 2 mm starkes Blech aus VA: Hier empfehlen wir die oben genannten Fließlochformer jeweils mit 0,1 mm größerem Durchmesser zu nehmen, d.h. Ø 7.4 mm.
12. Der Kragen, der sich durch das nach oben austretende
Metall bildet, stört.
Wie kann eine plane Oberfläche erreicht werden?
Hier empfehlen wir die centerdrill-Version flach. Damit
wird der Kragen im letzten Teil des Arbeitsganges
abgetragen. Dies führt natürlich nur bei flachem Blech zu einer
planen Oberfläche. Bei einem
Rundrohr bleiben an zwei Seiten Reste stehen, die mechanisch
entfernt werden müssen.
13. Wird das Gewinde im selben Arbeitsgang mit eingebracht?
Nein. Würde das Gewinde im selben Arbeitsgang mit eingebracht werden,
würde es beim Herausdrehen
durch den größeren Durchmesser des Fließlochformers wieder
zerstört werden.
14. Der Fließlochformer wird beim Fließlochformen dunkelrot?
Ist das gefährlich?
Nein. Der Fließlochformer entwickelt in der Regel eine Temperatur
von bis zu 600° und fängt dann an,
dunkelrot zu glühen. Geht die Farbe in hellrot bzw. gelb über,
bedeutet dies, dass der Fließlochformer
zu heiß ist. Dies führt zu einer Reduzierung der Standzeiten
und zu einer Beeinträchtigung der Qualität
des Kernlochs.
15. Wie kann ich erreichen, dass weniger Material
nach innen läuft?
Dies kann am besten erreicht werden, in dem man ein Vorloch
bohrt und dann den normalen Fließlochformprozess
beginnt. Mit dem Vorloch erreicht man eine Reduzierung
der Buchse nach innen und einen
glatteren Buchsenrand. Dadurch reduziert man allerdings
auch die Anzahl der möglichen Gewindegänge.
16. Die Buchse, die nach innen austritt, ist zu lang bzw.
ausgerissen
Durch ein entsprechendes Vorloch kann die Länge der Buchse reduziert
und Ausreißungen am Buchsenrand
vermieden werden.

