Begriffserläuterungen
Prozessparameter:
Reibungshitze und Vorschubdruck erzeugen die Material-
verformung
und -verdrängung. Die Reibungshitze
wird durch die Umdrehungsgeschwindigkeit, die entsprechenden
Axialkraft (Anpressdruck) und
Vorschubgeschwindigkeit erzeugt. Das heißt, die einzusetzende Bohreinheit
muß, abhängig von der
Kernlochgröße, eine Drehzahl von bis zu 5000 U/min, eine Maschinenleistung
von bis zu 5 kW und eine
Vorschubgeschwindigkeit von bis zu 1000 mm/min erbringen.
Die richtige Kombination von Vorschubgeschwindigkeit und
Drehzahl richtet sich nach der Materialart
(VA, Stahl oder Buntmetalle) und der Dicke des Materials.
Für ein optimales Ergebnis muß gewährleistet
sein, dass der jeweilige Werkstoff während des Umformprozesses immer
die richtige Temperatur behält
und nicht zu früh abkühlt. Die später aufgeführten
Angaben dienen nur als Richtwerte und können bei
unterschiedlichen Materialqualitäten und -dicken sehr variieren.
Axialkraft:
Die erforderliche Axialkraft ist
zu Beginn des Fließlochformprozesses sehr
hoch und fällt gegen Ende des Prozesses, wenn das Kernloch voll ausgeformt
ist, ab. Bei dünnen
Materialien besteht die Gefahr der Durchbiegung, so daß eine Unterfütterung
erforderlich sein kann.
Umdrehungsgeschwindigkeit
U/min:
Die normale Drehzahl liegt bei kleinen Kernlochdurch-
messern
mit ca. 3000 U/min relativ
hoch und kann bei Buntmetallen auf bis zu 4500 U/min ansteigen.
Bei großen Kernlochdurchmessern
wie M 20 liegt die erforderliche Drehzahl bei nur ca. 1000
U/min. Edelstahl, dessen Wärmeleitfähigkeit
geringer ist, kann mit bis zu 20 % niedrigeren Drehzahlen
gefahren werden.
Maschinenleistung kW:
Zum Erbringen der erforderlichen Axialkraft und des Drehmoments
ist eine Maschine mit ausreichender
kW-Leistung unabdingbar. Bei kleinen Kernlochdurch-
messern
ist eine geringere Axialkraft
und kW-Leistung erforderlich als bei großen. Die Maschinenleistung
ist entscheidend für eine optimale
Prozessgeschwindigkeit. Das schnelle und zügige Bearbeiten des Metalls
ist maßgebend für die
Qualität des Kernlochs und vor allem für die Standzeit des Fließlochformers.

